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GU in der Praxis

Das nachfolgende Interview wurde bereits vor einigen Jahren geführt und spiegelt nicht mehr die heutige Wirklichkeit wider. Da es aber einen Einblick in die Zusammenarbeit einer Klassenlehrerin und einer Sonderpädogogin im Gemeinsamen Unterricht gewährt, wird es weiterhin veröffentlicht.


Gemeinsamer Unterricht in der Praxis

Interview mit Frau Ludwig (Klassenlehrerin einer Klasse 1) und Frau Buhr (Sonderpädagogin an der Herseler-Werth-Schule)
von Christiane Kaspari und Dagmar Schruf

Frau Ludwig, was ändert sich an Ihrer Arbeit als Klassenlehrerin, wenn Sie eine integrative Klasse übernehmen?

Ludwig: Zunächst mal muss man grundsätzlich offen dafür sein, im Team zu arbeiten. Man kann nicht seine Klassenzimmertür zumachen und sagen: „Bei mir guckt keiner.“ Ich finde es eigentlich immer sehr angenehm, im Team zu arbeiten. Zweitens muss man sich darauf einstellen, dass man unter Umständen sehr schwache Kinder in der Klasse hat, mit denen man auch zu tun hat, wenn die Sonderpädagogin NICHT in der Klasse ist, und dass man dann auch gerade die leistungsstarken Kinder nicht aus den Augen verlieren darf.

Haben Sie mehr Stress in einer integrativen Klasse?

Ludwig: Ich denke, nicht, es gibt in jeder Klasse schwierige Kinder, ob das jetzt Integrationskinder sind oder nicht.

Bedeutet es für Sie mehr Unterrichtsvorbereitung?

Ludwig: Mehr Vorbereitung schon mal, wenn man sich ein ganz anderes Programm für die Integrationskinder entwickeln muss, dann ist es natürlich mehr Arbeit, weil man ja auch ganz anders auf deren Bedürfnisse eingehen muss.

Die Integrationskinder arbeiten aber nach demselben Lehrplan wie die anderen Kinder?

Ludwig: Das ist unterschiedlich, es gibt ja verschiedene Beeinträchtigungsarten. Kinder mit Förderbedarf im Bereich Lernen oder im Bereich geistige Entwicklung können oft nicht die gleichen Anforderungen bewältigen. Sie bekommen den Stoff entweder sehr reduziert oder anders aufbereitet, ja, oder zum Teil arbeiten sie auch an anderen Inhalten. Aber Kinder mit Förderbedarf im Bereich Sprache oder emotionale, soziale Entwicklung werden zielgleich unterrichtet.

Haben Sie diese speziellen Materialien vorliegen, oder müssen Sie die selber erstellen?

Buhr: Zum Teil haben die Kinder Mappen oder Materialien, die ich für sie erstellt habe, auf die zurück gegriffen werden kann, oder wir sprechen uns vorher ab, wie wir reduzieren, oder das Kind macht während der Stunde dann vielleicht etwas ganz anderes.

Das heißt, in Ihrem Zweier-Team sind Sie, Frau Buhr, eher zuständig für die Planung, und Sie, Frau Ludwig, die umsetzende Kraft, die die Kontinuität über sämtliche Stunden garantiert?

Ludwig: Also, ich bin schon die, die am meisten in der Klasse ist, aber es kann auch sein, dass Frau Buhr mal eine Stunde übernimmt, und ich mich zu den Integrationskindern setze.

Buhr: Das hat sicher auch sehr viel mit Persönlichkeit zu tun. Wir haben ja an der Schule vier Integrationsklassen, und bei Frau Ludwig ist es so, dass wir tatsächlich viel im so genannten Co-Teaching machen. Da kann es durchaus mal sein, dass ich eine Unterrichtsphase komplett übernehme, und Frau Ludwig bei einem Integrationskind oder auch bei einem sehr leistungsstarken Kind sitzt, oder umgekehrt. Es klappt einfach sehr gut, dass wir Hand in Hand arbeiten.

Frau Buhr, Sie sind als Sonderpädagogin für alle vier integrativen Klassen an unserer Schule zuständig. Sind Sie damit ausgelastet oder müssen Sie sich auf mehrere Schulen aufteilen?

Buhr: Zurzeit nicht, eine Zeit lang bin ich auch stundenweise noch zu einer anderen Schule gefahren, aber im Moment ist es so, dass wir hier genug Integrationskinder haben und ich damit ausgelastet bin.

Sie wechseln nach einem festen Plan von Klasse zu Klasse, je nachdem, wie viele Stunden den Integrationskindern dort zustehen?

Buhr: Ja, die Idee der Integration ist ja, dass die Kinder in ihren Jahrgangsstufen integriert werden und überall dort, wo es geht, mit den anderen Kindern zusammenarbeiten. Ich berate mich mit den Klassenlehrerinnen, wir tauschen Materialien aus, aber klar, wenn ein Kind mit Förderbedarf Lernen in der Klasse sitzt, dann bin ich da nur für zwei, drei Stunden pro Woche, und den Rest der Zeit müssen die Kolleginnen das umsetzen, was wir zusammen besprochen haben.

Zusätzlich gibt es auch bestimmte Stunden, in denen Sie sich mit den Klassenlehrerinnen zusammensetzen und das Konzept besprechen?

Buhr: Wir beide haben eine Beratungsstunde, ja, aber es geht stundenplantechnisch nicht, dass ich mit jeder Klassenlehrerin einer integrativen Klasse so eine Stunde habe. Das heißt, wir überlegen am Anfang des Schuljahrs, wem sie am besten zugute kommt, und dieses Jahr ist es eben Frau Ludwig, weil wir auch in dieser Klasse zum ersten mal ein Kind mit Förderbedarf im Bereich geistiger Entwicklung haben. Mit den anderen Kolleginnen finden die notwendigen Absprachen außerhalb der Unterrichtszeit statt.

Ludwig: Ja, da ist dann auch intensivere Absprache nötig. Ich mache das zwar schon seit neun Jahren, und dies ist meine dritte integrative Klasse, aber man muss sich eben auch auf jedes Kind neu einstellen.

Stellen Sie eigentlich auch während der Schulzeit Förderbedarf fest und leiten dann das Antragsverfahren ein?

Ludwig: Ja, und in der Regel sollte das in den ersten zwei Jahren erfolgen. Es gibt bestimmte Fristen, bis zu denen man als Klassenlehrerin einen Antrag stellen kann.

Buhr: Wir beraten gemeinsam, besprechen das mit den Eltern, und dann wird gegebenenfalls ein Antrag auf sonderpädagogischen Förderbedarf gestellt. In der Regel werde ich dann auch vom Schulamt aufgefordert, das Gutachten zu schreiben, vorausgesetzt, ich bin in dem vermuteten Förderbereich ausgebildet. Ansonsten übernimmt diesen Part ein Kollege oder eine Kollegin der entsprechenden Förderschule.

Wenn dieser Förderbedarf nun bei weiteren Kindern festgestellt wird, ihr Kontingent aber bereits voll ist, werden dann noch Sonderpädagogen von anderen Schulen ergänzend eingestellt?

Buhr: Nein, dann müssten die Kinder zur Förderschule. Es gibt Kriterien, anhand derer der Schulleiter entscheiden kann, wer in den GU aufgenommen wird. Das hat vor allem etwas mit dem Wohnort zu tun.

Mit den Eltern eines Integrationskindes arbeiten Sie ja sicherlich eng zusammen.

Ludwig: Ja, natürlich.

Sprechen Sie auch den anderen Eltern gegenüber das Thema Integration an?

Buhr: Wir thematisieren das am ersten Elternabend. Ich stelle mich vor, erkläre, was meine Arbeit ist, versuchen auch die Vorteile für die anderen Kinder darzustellen; dass wir zu zweit sind; zum Teil mit anderen Methoden arbeiten; dass wir uns in den Beobachtungen ergänzen können; dass Lernschwächen vielleicht eher auffallen; dass es Kinder gibt, die sich in einer bestimmten Situation mehr zu mir hingezogen fühlen, in einer anderen mehr zu Frau Ludwig, ja, und dass auch schwächere Kinder davon profitieren, dass sie mal in einer Stunde oder in einem Bereich mit den Integrationskindern zusammen gefördert werden.

Ludwig: Was auch ein Vorteil ist, wenn ich z.B. mal krank bin, dann übernimmt Frau Buhr meine Vertretung.

Buhr: Ja, in der Regel springe ich dann ein. Ich gucke natürlich schon, dass die anderen Integrationskinder nicht zu kurz kommen, aber die Integrationsklasse wird zum Beispiel fast nie aufgeteilt.

Ludwig: Die Kinder fragen sogar manchmal schon: „Dürfen wir auch mal aufgeteilt werden!“.

Es hat auch noch nie Probleme gegeben, dass Eltern gesagt hätten: „Ich will nicht, dass mein Kind in eine Integrationsklasse geht“, aber es kommt schon immer mal die Sorge, gerade auch zu Beginn des dritten Schuljahrs, dass die Kinder dann nicht auf dem gleichen Stand sind wie in den anderen Klassen. Und da wollte ich noch einmal ganz klar sagen: Das ist nicht der Fall. Wir sprechen uns hier im Jahrgangsstufenteam ab und arbeiten weitgehend parallel. Es ist also nicht so, dass wegen der Integrationskinder in der Klasse generell die Lerninhalte reduziert werden.

Aber Integrationskinder, die aufgrund ihrer Schwierigkeiten die allgemeinen Zielsetzungen nicht erreichen, können auch nach dem vierten Schuljahr nicht auf eine Regelschule wechseln?

Ludwig: Ja, es ist halt unterschiedlich. Unser Ziel ist eigentlich, die Kinder, die mit Förderbedarf hierher kommen, wenn es irgend möglich ist, nach dem vierten Schuljahr auf einer Regelschule zu integrieren. Nur, hexen können wir auch nicht, und es gibt durchaus Kinder, wo es dann angezeigt ist, dass sie auf einer Förderschule besser gefördert werden könnten. Und das vielleicht auch nicht erst nach dem vierten Schuljahr. Erfahrungsgemäß geht die Schere in Klasse drei extrem auseinander, und da kann es auch manchmal sein, dass die Kinder sich dann einfach nicht mehr wohl fühlen und aufblühen, wenn sie an der Förderschule sind und sich nicht immer nur mit Leistungsstärkeren messen.

Buhr: Also grundsätzlich ist ja Integration dazu da, dass die Kinder auch diese positiven Vorbilder haben und in ihren Stärken gefördert werden, ihre Stärken vielleicht sogar besser erkannt werden als an der Förderschule. Natürlich wollen wir möglichst viele Kinder in die Regelschule entlassen. Die meisten Kinder, die wir hier haben, haben den Förderschwerpunkt Lernen oder Sprache, und somit in der Regel ganz gute Voraussetzungen.

Das heißt aber nicht, dass wir grundsätzlich nur Kinder aufnehmen, bei denen eine Chance besteht, dass sie nach vier oder fünf Jahren auf eine Regelschule gehen können, sondern dass wir durchaus auch offen sind für Kinder, die einfach für eine gewisse Zeit integrativ beschult werden, um davon zu profitieren. Wir haben auch schon Kinder gehabt, bei denen wir nach Klasse zwei in der jährlichen Überprüfung empfohlen haben, dass sie zur Förderschule wechseln, weil wir einfach gemerkt haben, dass die Kinder darunter litten, dass die anderen etwas anderes machen, und sie das eben nicht können und sich ständig mit ihren Defiziten konfrontiert fühlten. Während andere Kinder das hier ganz, ganz toll fanden, obwohl sie dann nach der Klasse 4 in die Förderschule gewechselt haben. Und wir haben natürlich auch immer wieder Kinder, wo wir während der Grundschulzeit den Förderbedarf auf Probe oder komplett aufheben.

Gibt es denn auch Kinder, die auf einer Förderschule waren, und dann auf die Regelschule in eine integrative Klasse wechseln?

Ludwig: Nein, bei uns nicht.

Buhr: Ich denke aber, das könnte durchaus vorkommen.

Wo sehen Sie, für sich selbst und für die Herseler-Werth-Schule, die Grenzen der Integration?

Buhr: Die Grenze ist da erreicht, wo das Lernen der anderen beeinträchtigt wird. In dem Moment, wo ein Kind so viel Aufmerksamkeit braucht, dass die anderen Kinder wirklich vernachlässigt werden müssen, weil man es nicht mehr leisten kann, ALLEN gerecht zu werden, dann denke ich, hat Integration ganz klar eine Grenze. Eine zweite Einschränkung wäre, wenn das Kind sich hier nicht mehr wohl fühlt, wenn es demotiviert ist, keine Freude am Lernen hat.

Ludwig: Oder wenn es keinen Kontakt zur Klassengemeinschaft hat.

Buhr: Oder wenn die Beeinträchtigungen so massiv sind, dass wir hier mit unseren Mitteln einfach nicht helfen können, oder eine Förderschule das einfach sehr viel besser könnte. Und dann einfach auch die räumliche Situation: Wir können z.B. keinen Rollstuhlfahrer integrieren, weil unsere Schule darauf nicht ausgerichtet ist. Wir haben keine Rampen und Aufzüge… das ist sicherlich auch so eine Grenze, eine natürliche Grenze.

Würden Sie sagen, dass - abgesehen von diesen konkreten Hindernissen - alle Kinder integriert werden könnten oder halten sie diese parallelen Strukturen von Förderschule und integrativen Grundschulklassen für sinnvoll?

Buhr: Die Frage ist, ob es wirklich sinnvoll ist, jedes Kind um jeden Preis zu integrieren, da die Förderschulen einfach sehr viel spezifischer auf die Probleme, die die Kinder haben, eingehen können. Sie müssen überlegen, ich bin ausgebildet worden im Förderbereich Lernen und geistige Entwicklung, aber z.B. den ganzen Bereich Sprache, den habe ich im Studium nie gelernt. Natürlich habe ich gelernt, wie ich mit einem Kind umgehe, das sprachliche Schwierigkeiten hat, aber ich bin nicht spezifisch dafür ausgebildet worden. Ich konnte mir im Laufe meiner Arbeit sehr viel neues Wissen aneignen, Materialien habe ich mir besorgt, Fortbildungen besucht, keine Frage, aber trotzdem bin ich ja kein Allround-Talent, das in allen Bereichen die Fähigkeiten und das Know-how hat, so dass ich mich eigentlich nicht mit einem Kollegen an einer Sprachheilschule oder an einer Schule für Körperbehinderte vergleichen möchte, die einfach viel mehr spezifisches Wissen haben. Außerdem wird an den Förderschulen z.T. auch therapeutisch gearbeitet, was wir hier in diesem Maße nicht leisten können.

Sie müssten also eigentlich noch fünf weitere Kolleginnen mit verschiedenen Qualifikationen haben. Welche Aufgaben übernimmt denn Frau Hennen in diesem Zusammenhang?

Buhr: Frau Hennen ist Sozialpädagogin (inzwischen an einer anderen Schule, Anm. des Web-Admin), sie hat früher den Schulkindergarten geleitet und hilft jetzt auch den Klassenlehrerinnen, vor allem in den ersten beiden Schuljahren, steht aber vielmehr den schwachen Kindern zur Seite, die KEINEN sonderpädagogischen Förderbedarf haben, die einfach etwas mehr zusätzliche Hilfe brauchen, gerade am Anfang. Diese nimmt sie dann raus aus der Klasse, mit in das Lernstudio, wo die Kinder ganz intensiv gefördert werden, damit sie, wenn sie die Schuleingangsphase verlassen, diese Schwächen etwas ausgeglichen haben.

Frau Ludwig, was ist für Sie die Motivation, nun schon zum dritten Mal eine integrative Klasse zu übernehmen?

Ludwig: In meiner ersten Integrationsklasse hatte ich vier Integrationskinder. Für zwei davon hatten die Eltern den Antrag schon vor der Einschulung gestellt, bei einem Mädchen haben wir den Antrag gestellt, und dazu kam ein Junge, der zugezogen war. Drei der Kinder sind anschließend auf eine Regelschule gegangen. Ich denke, das sind schon Erfolgserlebnisse. Aber auch einem Kind, bei dem von vornherein klar ist, es wird den Sprung auf die Regelschule nicht schaffen, versucht man, alles mitzugeben.

Ich genieße es, im Team zusammenzuarbeiten, ich genieße es, mich auch mal zu einem Kind setzen zu können und zu fördern und lasse dann Frau Buhr mal die Klasse übernehmen. Ich kann z.B. überhaupt nicht singen, und bin dankbar, wenn Frau Buhr diesen Part übernimmt.

Buhr: Genau, ich muss immer singen!

Ludwig: Das ist ja nur ein Beispiel, aber wir haben uns einfach eingespielt im Laufe der Jahre. Wir arbeiten ja auch schon seit acht, neun Jahren zusammen.

Ich finde es auch für die Nicht-Integrationskinder in der Regel eine Bereicherung, wenn sie von klein auf lernen, mit Kindern, die Beeinträchtigungen haben, die anders sind, umzugehen. Das kann Kinder auch in ihrer gesellschaftlichen Kompetenz bestärken, wenn sie merken, dass jeder seine Stärken und Schwächen hat. Sie sehen, dem einen fehlt vielleicht ein kleiner Zeh und dem anderen eben etwas in seiner geistigen Entwicklung.

Buhr: Und die Kinder lernen natürlich auch helfen, sie helfen unheimlich gern, setzen sich dazu, erklären etwas, arbeiten gemeinsam.

Könnte man denn dieses integrative Konzept, diese Vielfalt nicht auf alle Klassen ausweiten?

Buhr: Das würde auch unsere Gesamtstruktur verändern. Seit neuestem ist es nämlich so, dass die Anzahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf von der Gesamtzahl der Schüler abgezogen wird, so dass eine höhere Zahl an Integrationskindern unter Umständen dazu führen kann, dass eine halbe oder womöglich ganze Grundschullehrerinnenstelle wegfällt. Im Gegenzug hat man beschlossen, dass die Sonderpädagogen an den Grundschulen im Notfall, wenn es sich nicht anders regeln lässt, auch Klassenlehrerinnen sein sollen. Herr Rauh macht das nicht, wir haben uns ausgiebig darüber unterhalten, und sind uns da einig, aber grundsätzlich ginge das. Das ist aus meiner Sicht nicht im Sinne des Erfinders.

Würde es Sie nicht reizen, auch mal selbst eine Klasse zu übernehmen?

Buhr: Natürlich wäre das auch schön. Eigentlich arbeitet man als Sonderpädagogin an der Förderschule mit einer eigenen Klasse. Als ich damals eingestellt wurde, war ich eine der ersten, die mit einem sonderpädagogischen Studium nach dem Referendariat direkt ins Grundschulkapitel gerutscht ist, gerutscht worden, eigentlich. Ich habe mir das damals nicht ausgesucht. Man hatte mir gesagt, das ist so, überleg dir, ob du das annimmst oder nicht.

Aber ich bin zufrieden mit meiner Arbeit. Ich habe zwar keine Möglichkeit, eine Klasse zu leiten, den konkreten Ablauf nach meinen persönlichen Überlegungen zu gestalten und bin auch manchmal an dem Punkt, wo ich mir denke, ach wäre das schön, meine eigenen Klasse zu haben, aber im Großen und Ganzen macht es mir hier sehr viel Spaß. Ich habe mit sehr unterschiedlichen Charakteren zu tun, das ist ja klar, und jeder gestaltet Unterricht anders. Da gibt es unheimlich viel zu sehen, zu lernen, und dann kann ich das auch wieder in anderen Klassen mit einbringen. Eigentlich sind hier alle sehr offen, lassen die Türen auf, lassen Interessierte zugucken. Ich könnte mir vorstellen, dass das auch mit dieser grundsätzlichen Bereitschaft, Integration zu betreiben, zusammenhängt.

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