Grundschule Bornheim-Hersel

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Von der Integration zur Inklusion

(erstellt von Sylvia Buhr, SoL)

Aktuelle Situation

Seit 16 Jahren gibt es an der Herseler-Werth-Schule den Gemeinsamen Unterricht (GU). Kinder mit Beeinträchtigungen werden nach vorheriger Überprüfung in Integrationsklassen gemeinsam mit den anderen Kindern gefördert. Die Förderung und die Förderplanung finden in Kooperation mit der Klassenlehrerin vorwiegend durch Sonderpädagogen statt. Je nach Beeinträchtigung erhält das Kind eine zieldifferente Förderung mit einem individuellen Förderplan. Die Art der Förderung und der Förderort für die sogenannten „Integrationskinder“ werden jedes Jahr überprüft und neu verhandelt.

Inklusion, was ist das eigentlich?

Der Begriff leitet sich ab vom lateinischen Verb includere: beinhalten, einschließen, einsperren, umzingeln.

2006 wurde in Salamanca eine UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen festgelegt, in der sich die unterzeichneten Staaten (u.a. Deutschland) verpflichtet haben, ein inklusives Schulsystem zu errichten.

Pädagogische Inklusion bedeutet „Wertschätzung der Vielfalt“. Auf Schule bezogen heißt das, dass alle Kinder unabhängig von ihren physischen, intellektuellen, sozialen, emotionalen, sprachlichen oder anderen Fähigkeiten an "einer Schule für alle" aufgenommen werden sollen. Es gibt keine Minderheiten und Mehrheiten mehr, sondern eine heterogene Gruppe, in der alle Kinder gemeinsam leben und lernen. Das System soll sich den Kindern anpassen – nicht umgekehrt.

Die Vorteile eines inklusiven Schulsystems

  • Wohnortnahe Schule für alle
  • Ressourcen für Systeme und nicht für Kinder mit Etikettierung
  • Lernen voneinander
  • Soziales Lernen wird gefördert
  • Sonderpädagogen unterstützen Klassen und Schulen und nicht mehr einzelne Kinder
  • Geplante Entwicklung an der Herseler-Werth-Schule

Die Herseler-Werth-Schule nimmt den inklusiven Gedanken ernst. In pädagogischen Konferenzen wurde das bisherige System hinterfragt, Stärken und Schwächen aufgedeckt. Durch Fortbildungen zum Thema und Hospitationen an Pilotschulen sammelt das Kollegium Informationen und Anregungen, wie ein inklusives Schulsystem angebahnt werden kann.

Erste Schritte sind bereits vollzogen. Zum kommenden Schuljahr (2012/ 2013) werden wir uns von den Integrationsklassen trennen. Die Sonder- und Sozialpädagogen werden in Zukunft alle Klassen und alle Kindern unterstützen. Die Kinder mit einem diagnostizierten sonderpädagogischem Förderbedarf werden auf alle Klassen verteilt. Die Stellen der drei Sonderpädagogen an unserer Schule sind bis auf weiteres fest verankert und unabhängig von der Anzahl der „offiziellen Integrationskinder“.

Seit 1,5 Jahren arbeiten alle Bornheimer Schulen mit dem sonderpädagogischen Kompetenzzentrum in Uedorf zusammen. Die Kollegen und Kolleginnen der Verbundschule unterstützen die Regelschulen, um für möglichst viele Kinder einen Wechsel zur Förderschule zu verhindern. Dies bedeutet auch, dass das klassische Verfahren zur Feststellung eines möglichen sonderpädagogischen Förderbedarfs ersetzt wird, durch sogenannte Förderkonferenzen, in denen im Team über den Förderbedarf und den Förderort eines Kindes beraten und entschieden wird.

Grundsätzlich ist die Herseler-Werth-Schule bereit, alle Kinder aus dem Schulbezirk aufzunehmen. Eine Ausnahme bilden Schüler, die z.B. auf Rampen und Lifte angewiesen sind (Umbau ist in Planung) und Kinder, deren Beeinträchtigung so massiv ist, dass wir ihnen mit den zur Zeit gegebenen personellen und sächlichen Mitteln keine adäquate Förderung anbieten können.

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