Rut

Das Bild auf der linken Seite zeigt Rut, deren Lebensgeschichte im Alten Testament, nämlich im "Buch Rut" beschrieben ist. In dieser Erzählung heißt es: Ein Mann aus Bethlehem wanderte wegen einer Hungersnot mit seiner Frau Noomi und seinen beiden Söhnen ins Moabiterland aus. Dort heirateten seine Söhne moabitische Frauen; eine davon ist Rut. Nach dem Tode ihres Mannes und ihrer beiden Söhne will die Witwe Noomi in ihre Heimat nach Bethlehem zurückkehren und fordert ihre Schwiegermutter auf, bei ihren Familien im Moabiterland zu bleiben. Eine der Schwiegertöchter entsprach den Bitten der Schwiegermutter, Rut aber wollte bei ihr bleiben und erklärte: "Wohin du gehst, gehe auch ich, und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott". So kommen Noomi und Rut nach Bethlehem. Dort ging Rut aufs Feld, um zum Lebensunterhalt Ähren zu lesen, wo es ihr jemand erlaubte. Sie las auf dem Feld hinter den Schnittern bei den Garben Ähren auf. Als der Gutsbesitzer Boas auf sein Feld kam, beobachtete er Rut und ließ sich von dem Schnitter sagen, dass die Ährenleserin eine moabitische Frau sei.

 

 

Auf unserem Bild sehen wir Rut beim Ährenlesen hinter den Schnittern und bei den Garben; von links kommt der Gutsbesitzer, der mit seinem Verwalter offensichtlich über Rut spricht.

Als Peter Hecker 1953 dieses Bild malte, war das Ährenlesen (Wie das Kartoffelsammeln) noch üblich, um zum spärlichen Lebensunterhalt beizutragen. Bei der Flüchtlingsfrau Rut, die aus einem anderen Lande kam, wurde man auch an die vielen Flüchtlinge aus dem Osten erinnert, die nach dem letzten Krieg zu uns kamen. In der linken Ecke des Bildes findet sich neben einem Korb ein großer Krug, auf dessen Rand die Worte stehen "Soli Deo Gloria. P. HECKER 1953". Damit sagt Peter Hecker, dass er mit seinem Schaffen Gott allein Ehre erweisen will.

Seit dem Mittelalter erscheint in der Malerei die Geschichte der Rut. Am beliebtesten war die Szene "Rut beim Ährenlesen" (z.B. Hans Hohlbein d.J. und Rembrandt).

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