Grundschule Bornheim-Hersel

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Stadtjugendring Bornheim

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Ganztagszug

Konzept für den Ganztagszug innerhalb der OGS


1.    Vorwort
2.    Zielsetzung
3.    Richtlinien für die Zusammensetzung der Klassen
4.    Verfahren bei Überhängen
5.    Änderungen des Betreuungsbedarfes im Verlaufe des Schuljahres
6.    Verpflichtung zur Teilnahme
7.    Öffnungszeit
8.    Mittagessen
9.    Personal
9.1    Leitung
9.2    weiteres Personal
10.    Pädagogisches Konzept
10.1    Verschmelzung von Vor- und Nachmittag
10.2    Stundenplangestaltung
10.3    Stärkung der Sozialkompetenz
10.4    Vertiefendes Lernen und Üben
10.5    individuelle Förderung
10.6    Förderung musikalischer und künstlerischer Kompetenzen
10.7    Bewegungsförderung
10.8    Gestaltung des Klassenraumes
10.9    Lernräume



1.    Vorwort

Die Offene Ganztagsschule wurde zu Beginn des Schuljahres 2005/ 2006 in der Herseler-Werth-Schule eingeführt. In den folgenden Jahren wuchs der Bedarf an Ganztagsplätzen stetig an. Im Schuljahr 2011/ 2012 nehmen 75 Kinder an der OGS teil.

Mit Beginn des Schuljahres 2011/ 2012 wünschten 25 Eltern von Schulneulingen einen Platz für ihr Kind. Damit ergab sich erstmalig die Situation, dass die Anmeldezahlen eine Klassenstärke umfassten. Diese Kinder wurden dann auch einer Klasse 1 zugewiesen. Schulintern wird sie als Ganztagsklasse bezeichnet und bildet die Basis für den Aufbau eines Ganztagszuges.

Vor der Einrichtung einer Ganztagsklasse erfolgten intensive Informationen durch Kolleginnen aus der Schulleitung, die dieses Prinzip schon seit mehreren Jahren in ihren Schulen verfolgen und daher über fundierte Erfahrungen verfügen. Übereinstimmend geben sie an, dass sie diese Maßnahme nie bereut haben und die Vorteile die Nachteile bei weitem überwiegen.

2.    Zielsetzung

Durch die Bildung von Ganztagsklassen ergeben sich für die Kinder neue Gestaltungsmöglichkeiten bei ihrem Aufenthalt in der Schule. Dabei geht es vor allem um eine Harmonisierung zwischen Vor- und Nachmittag. Vor- und Nachmittag sollen zu einer Einheit verschmelzen, Übungseinheiten ausgeweitet und ungeliebte Inhalte des Nachmittags in den Vormittag verlagert werden.

3.    Richtlinien für die Zusammensetzung der Klassen

Mit der Einführung der Ganztagsklasse wurde die Zuweisung der Kinder zu einer Klasse bei der Einschulung neu geregelt:
Klasse X: Kinder ohne Betreuungsbedarf durch die Schule (Aufenthalt in der Schule gemäß Stundenplan)
Klasse Y: Kinder mit Betreuungsbedarf durch die Schule bis max. 14Uhr (Schule von acht bis eins), evtl. ergänzt durch Überhänge bei der Anmeldung zur OGS (siehe Pkt. 5)
Klasse Z: Kinder mit Betreuungsbedarf durch die Schule bis max. 16 Uhr (OGS-Ganztagsklasse)

4.    Verfahren bei Überhängen

Wenn bei der Anmeldung die Anzahl der Teilnahmewünsche an der OGS eine Klassenstärke übersteigt, wird wie folgt verfahren:

Je nach Gesamtschülerzahl hat die Ganztagsklasse eine Bandbereite von 20 - 25 Kindern. Werden mehr Kinder für die OGS angemeldet, werden die Überhänge einer teiloffenen Klasse mit Betreuungsmischung - Schule von acht bis eins und OGS – zugewiesen. Um die Zuweisung zur Ganztagsklasse fair durchzuführen, entscheidet ggf. ein Losverfahren.

5.    Änderung des Betreuungsbedarfes im Verlaufe des Schuljahres

Ohne näher darauf einzugehen, kann es im Verlaufe eines Schuljahres zu Änderungen im Betreuungsbedarf kommen: Es ergibt sich unvorhergesehen ein Betreuungsbedarf bzw. der Grund für einen Betreuungsbedarf/ -wunsch entfällt. In diesen Fällen gilt folgende Regelung:

  • weggefallener Betreuungsbedarf bzw. zurückgezogener Betreuungswunsch

Melden die Eltern ein Kind der Ganztagsklasse von der OGS ab, ist wegen des klassenspezifischen Stundenplans (Pflichtunterricht am Nachmittag) ein weiterer Verbleib des Kindes in der Klasse nicht möglich. Das Kind wechselt in die teiloffene Parallelklasse.

Melden die Eltern ein Kind der teiloffenen Klasse aus der OGS ab, verbleibt das Kind in der Klasse.

Bei der Abmeldung aus der OGS gelten die Richtlinien des Betreuungsvertrages.

  • unvorhergesehener Betreuungsbedarf

Ergibt sich im Verlaufe des Schuljahres ein Betreuungsbedarf im Rahmen der OGS, wird das Kind in die OGS aufgenommen und wechselt ggf. in die Ganztagsklasse, sofern dort Kapazitäten zur Verfügung stehen. Anderenfalls verbleibt das Kind in teiloffenen Klasse bzw. wechselt dorthin.

6.    Verpflichtung zur Teilnahme

Für die Kinder besteht eine Präsenzpflicht bis 15 Uhr an drei Tagen. Mittwochs und freitags können die Kinder nach Beendigung des Unterrichts am Vormittag auf Wunsch der Eltern nach Hause gehen. Die Eltern müssen persönlich spätestens am Vortag mitteilen, ob ihr Kind nach Hause kommen soll. Die alleinige Aussage des Kindes reicht nicht.

7.    Öffnungszeit

Die OGS ist täglich von 08.15 - 16.00 Uhr geöffnet.

8.    Mittagessen

Die Kinder nehmen das Mittagessen gemeinsam in der Zeit zwischen 12.00 und 14.00 Uhr ein. Der genaue Zeitpunkt richtet sich nach der Gesamtzahl der am Essen teilnehmenden Kinder und den Kapazitäten der Mensa. Findet das Mittagessen vor dem Ablauf des regulären Unterrichts am Vormittag statt, wird der Pflichtunterricht gemäß Stundentafel nach dem Mittagessen fortgesetzt.

9.    Personal

9.1    Leitung

Die Leitung einer Ganztagsklasse obliegt einer Klassenlehrerin.

9.2    Weiteres Personal

Die Klassenlehrerin wird unterstützt durch Fachlehrerinnen und Personal des OGS-Trägers. Wesentlich dabei ist, dass eine feste Bezugsperson aus dem Nachmittagsbereich hohe Stundenanteile mit den Kindern verbringt und täglich möglichst schon vor dem Mittagessen in der 4. Stunde gemeinsam mit der Klassenlehrerin eine Lerneinheit im Team gestaltet.

10.    Pädagogisches Konzept

10.1    Verschmelzung von Vor- und Nachmittag

In einer Ganztagsklasse wird die Trennung von Vor- und Nachmittag durch eine veränderte Rhythmisierung des Tages und eine andere Verteilung der Aktivitäten aufgehoben (siehe Abschnitt 11.2.)

10.2    Stundenplangestaltung

Die Lernbereiche gemäß Lehrplan finden nicht mehr ausschließlich am Vormittag statt und zusätzliche Vertiefung in Form von Hausaufgaben am Nachmittag, vielmehr verteilen sich die Inhalte über die gesamte Dauer der Anwesenheit aller Kinder.

Indem klassische Lernbereiche aus dem Vormittag in den Nachmittag verlegt werden, wird am Vormittag Zeit für vertiefende Übungen und am Nachmittag mehr Zeit z.B. für Sport geschaffen. Hausaufgaben am Nachmittag werden ersetzt durch Lerninhalte, die auch nach dem Mittagessen noch Freude bereiten: Sport, Musik, Sachunterricht Naturwissenschaften und Kunst einschließlich Werken. Da es sich bei den Lehrplaninhalten am Nachmittag um Pflichteinheiten handelt, werden sie nur an den Tagen angeboten, an denen alle Kinder eine Präsenzpflicht haben. Ein Beispielstundenplan ist im Anhang beigefügt.

10.3    Stärkung der Sozialkompetenz

Aufgrund zu geringer Anmeldezahlen für die OGS, wurden die Klassen in der Vergangenheit nach folgenden Kriterien eingeteilt: Drittelung aus den Wohngebieten und einigermaßen gleichmäßige Verteilung von Jungen und Mädchen. Das hatte zur Folge, dass die OGS-Kinder über drei Klassen verteilt waren. Klassengemeinschaften wurden mit dem Ende des regulären Unterrichts aufgelöst, und zum Mittagessen kamen Kinder zusammen, die den Vormittag nicht miteinander verbracht hatten.

In einer Ganztagsklasse bleiben die Kinder von Beginn des Unterrichts am Morgen bis zum Ende am Nachmittag in ihrer Klassengemeinschaft. Sie lernen, essen und spielen weitgehend in ihrer Lerngruppe und unterliegen damit kaum Störungen von außen.

Neben der Vermeidung unnötiger Konflikte wird auch das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kinder schon allein dadurch gestärkt, dass sie viel mehr Zeit gemeinsam in der Schule verbringen. Darüber hinaus sind sie nicht mehr nur ein Lernverband, sondern gestalten auch das Mittagessen und die Aktivitäten in der Freizeit gemeinsam. Für die Einübung von sozialen Kompetenzen wie Rücksichtnahme, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Selbsteinschätzung und Konfliktfähigkeit steht somit mehr Zeit und ein wesentlich günstiger Rahmen zur Verfügung.

10.4    Vertiefendes Lernen und Üben

Da die Kinder bis 16 Uhr in der Schule verbleiben, entfallen die tradierten Hausaufgaben, die üblicherweise zu Hause angefertigt werden. Nach achtstündigem Aufenthalt in der Schule haben zumindest Kinder der Schuleingangsphase ihr Lernsoll erfüllt.
Die über die Hausaufgaben angestrebte Vertiefung des im Unterricht behandelten Lernstoffes wird in der Ganztagsklasse in den Schulvormittag integriert. Die dafür erforderlichen Zeitressourcen ergeben sich aus Pkt. 11.2.

10.5    individuelle Förderung

Durch zusätzliches Personal kann dem individuellen Bedarf an notwendiger Zuwendung mehr Rechnung getragen werden. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, kommt das Personal des Nachmittags bereits in der 4. Stunde in die Klasse und bildet in der Zeit von 11.00 - 11.45 Uhr ein Team mit der Klassen-/ Fachlehrerin. Die Doppelbesetzung ermöglicht auf der Grundlage eines Förderkonzeptes und der Unterteilung der Großgruppe in Teilgruppen eine bessere und intensivere individuelle Förderung und Betreuung der Kinder.

10.6    Stärkung musikalischer und künstlerischer Kompetenzen

Der erweiterte zeitliche Rahmen ermöglicht mehr Raum für Singen, Musizieren, künstlerisches Gestalten und Werken. Neben vermehrten Aktivitäten im Klassenverband am Vormittag aber auch am Nachmittag können die Kinder zusätzlich im Nachmittagsbereich an verschiedenen unterschiedlichen Angeboten (z.B. Flöte spielen/ Textilgestaltung/ Werken) nach eigener Wahl und Neigung teilnehmen.

10.7    Bewegungsförderung

Ein weiterer Vorteil des Mehr an Zeit ist der verstärkte Einsatz von Bewegungspausen auf dem Schulhof u.a. verstärkt am Vormittag. Bewegungsarmut wird damit vorgebeugt und Bewegungsabläufe optimiert.
Die gemäß Stundentafel vorgesehene Anzahl an Sportstunden wurde um eine Stunde auf 4 Stunden/ Woche erhöht. Damit haben die Kinder außer freitags täglich eine Sportstunde und zusätzlich weitere Bewegungsangebote in der Zeit zwischen 15 und 16 Uhr, an denen sie nach Neigung teilnehmen können.

10.8    Gestaltung des Klassenraumes

Die nachfolgenden Ausführungen beschreiben einen wünschenswerten Zustand.

Da die Kinder täglich bis zu 8 Stunden in der Schule verbringen, wird ihnen ein großzügiger Lernbereich zur Verfügung gestellt, der aus einem herkömmlichen Klassenraum mit angrenzendem Gruppenraum besteht. Die Kinder sollen in diesen Räumen nicht nur lernen können, es soll auch Platz zum Spielen vorhanden sein, ohne die Klasse umräumen zu müssen. Sowohl zum Lernen als auch zum Spielen oder Basteln soll es möglich sein, zwischen Gruppentischen und Einzeltischen wechseln zu können. Da die Kinder ihre Aufgaben unterschiedlich schnell erledigen, wäre eine räumliche Trennung von Lern- und Spielbereich wünschenswert. Die Ranzen der Kinder sollten in speziellen Fächern untergebracht werden können. Da die Kinder ihre Arbeitsmaterialien und Bücher in der Schule belassen, sollten sie dafür genügend und ansprechenden Platz zur Verfügung haben. Es sollte möglich sein, Hausschuhe, Handschuhe, zusätzliche Kleidung etc. in einem geeignetem Fach oder Schrank unterzubringen.

10.9    Lernräume

Über den Klassenraum hinaus können die Kinder des Ganztages - festgelegt in einem Raumbelegungsplan - weitere Lernräume der Schule am Nachmittag nutzen:

  • Forum
  • Turnhalle
  • Musikraum
  • Werkraum
  • PC-Raum
  • OGS-Räume
  • Schulhof
  • Schulgarten

Durch das Mehr an gemeinsamer Lernzeit können die o.a. Bereiche wesentlich stärker in die Gestaltung des Ganztages einbezogen werden als es beim Halbtag möglich ist. Selbstverständlich werden die Kinder bei der Raumnutzung von einem Erwachsenen betreut.

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