Grundschule Bornheim-Hersel

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Schulname

Die nachfolgenden Ausführungen wurden entnommen aus dem Buch “Hersel am Rhein”, Band 1 von Ralf Wilhelm Breuer.

Die Herseler-Werth-Schule wurde 1953 unmittelbar am Rhein etwa 12 m oberhalb der Wasserlinie erbaut. An dieser Stelle liegt ungefähr 50 m vom linken Rheinufer entfernt eine langgestreckte Insel, das Herseler-Werth.

Das Herseler-Werth ist vermutlich im Zeitraum zwischen 1000 und 1300 entstanden. Extreme Hochwasser könnten die Ursache dafür gewesen sein, dass Landmasse westlich der heutigen Insel fortgespült wurde und sich zunehmend mehr eine Rinne bildete, in der schließlich ständig Rheinwasser floss.

Die heutige Form der Insel ist erst allmählich entstanden. Ablagerungen von Rhein und der schräg gegenüber auf der rechten Rheinseite mündenden Sieg haben die Insel nach Süden hin anwachsen lassen. Der Druck des einmündenden Siegwassers hat das Rheinwasser verstärkt zum linken Rheinufer gelenkt und und damit das Ausspülen der Rinne zwischen Insel und Rheinufer begünstigt.

In längst vergangener Zeit gehörte die Insel zum Herzogtum Berg, dass auf der rechten Rheinseite lag (Bergisches Land). Damals wurde sie auch Bergische Insel genannt. Seit dem 18. Jahrhundert gehört die Insel zum linken Rheinufer und konnte von Privatleuten gekauft werden. 1870 hatte der Käufer des Besitzes, zu dem die Insel gehörte, kein Interesse an ihr, und so ging die Insel schließlich in Gemeindebesitz über.

In früherer Zeit war die Insel ein beliebtes Jagdgebiet, da auf ihr besonders viele Hasen lebten. Heute steht die Insel unter Naturschutz, weil sich dort u.a. ab April alljährlich abends eine große Anzahl der seltenen Kormorane zum Schlafen in den Pappeln niederlässt. Aber auch viele andere Vogelarten wie Pirol, Flussregenpfeifer, Habicht oder Baumfalke haben dort ihren Lebensraum.

Bevor die Insel zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, war sie ein beliebtes Freizeitziel der Bonner und auch der Kölner Bevölkerung. Mit Motor- oder Paddelbooten gelangte man problemlos auf die Insel. Außerdem gab es 1930 auch einen Fährbetrieb, der es jedem ermöglichte, die Insel zu besuchen. Für viele, noch heute lebende Herseler, war die Insel in ihrer Jugend ein natürlicher Abenteuerspielplatz, den man notfalls schwimmend aufsuchte.

Während der Herrschaft der Nationalsozialisten hatte man 1933 über die Presse von der Absicht berichten lassen, für Leo Schlageter, der in den Reihen der Nationalsozialisten sehr verehrt worden war, auf der Insel ein monumentales Denkmal errichten zu wollen. Diese Absicht wurde allerdings nie in die Tat umgesetzt.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Aussehen der Insel vollkommen verändert. Wuchs auf ihr bis dahin überwiegend nur Gras, so wurde sie nun dicht mit Pappeln bepflanzt.

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